Zum Artikel springen
>

FAQ

 

FAQ zur Ausbildung Industriedesign

1. Welche Voraussetzungen sollte ich für das Industriedesign-Studium mitbringen?

„Eine ausgeprägte gestalterische Begabung, ein Verständnis für technologische Sachverhalte, eine Bereitschaft zum systematischen Arbeiten, Engagement und Neugier.“
Prof. Tom Philipps im VDID Interview

„Kommunikations- und Teamfähigkeit, hohe soziale Kompetenz, technisches Interesse und Wissen, Durchsetzungsfähigkeit und - ganz entscheidend: sehr viel Energie!“ Andreas Enslin, Head of Miele Designcenter im VDID Interview

Vorwissen: Ob Zeichentalent, handwerkliche Ausbildung, BWL-Wissen oder das Beherrschen von Computerprogrammen: Alle Fähigkeiten, die man davon mitbringt, schaffen im Studium Freiraum für Neues.
Kommunikation: Gute Englischkenntnisse sind notwendig. Der Beruf erfordert ein hohes Maß an Kommunikationskompetenz und Teamfähigkeit.
Kosten: Im Studium müssen Kosten für Modellbau-Materialien, Computerprogramme, Exkursionen und Sonstiges bedacht werden.
>> VDID Interviews zum Berufsbild Industriedesign

 
 

2. Wie finde ich die richtige Hochschule?

Die Grundüberlegung lautet: Was begeistert mich am Industriedesign? Gibt es eine Richtung, in die ich gehen möchte? Liegt mir eine künstlerische Ausrichtung? Fasziniert mich Technologie? Gibt es eine bestimmte Branche, in der ich arbeiten möchte? (Bereiche, in denen VDID Designer arbeiten, finden Sie unter www.vdid.de/designer/index.php)

Im nächsten Schritt stellt sich die Frage: Soll es eher ein konzeptionelles Universitätsstudium sein oder die praxisorientiertere Ausbildung an einer Fachhochschule?
Zu der Suche nach der richtigen Hochschule gehören die Internetrecherche über das Lehrangebot und der Besuch potenzieller Ausbildungsorte. Am besten eignen sich Informationstage und Ausstellungen zum Semesterabschluss, da dort mit Lehrenden über die Zielsetzung des Studiums und mit Studierenden über ihre Erfahrungen gesprochen werden kann. Beachten Sie die unterschiedlichen Ausbildungsprofile der Hochschulen!
>> VDID Datenbank Hochschulen Industriedesign ( http://www.design-report.de/links/hochschuldatenbank.html )
>> VDID Hochschulvertreter: An vielen Hochschulen stehen studentische VDID Mitglieder als Ansprechpartner zur Verfügung.

VDID Newsletter: Hier werden regelmäßig die Ausstellungstermine der Hochschulen gemeldet (zur Anmeldung).

 
 

3. Was ist bei den Auswahlverfahren zu beachten?

Ebenso wie die Zulassungsvoraussetzungen variieren auch die Auswahlverfahren von Hochschule zu Hochschule.
Sie sind zwei- oder dreistufig:
1. Anmeldung mit Bewerbungsunterlagen (Mappe, Praktika)
2. Hausarbeit
3. Aufnahmeprüfung

Wichtiger Tipp von Studierenden: Planen Sie bei der Studienwahl und Hochschulsuche genug Zeit für den Vorlauf - z. B. die Erstellung einer Mappe - ein!

 
 

4. Soll ich nach dem Bachelor noch ein Masterstudium absolvieren?

Stellen Sie sich die folgenden Fragen: Will ich nach dem Bachelor einige Jahre Berufserfahrung in der Praxis sammeln und mich anschließend selbstständig machen oder strebe ich eine dauerhafte Anstellung an? Möchte ich das Bachelor-Studium mit anschließendem Masterstudium als konzentrierte Zeit für eine umfassende Ausbildung nutzen?

Die Erfahrungen aus den früheren Diplom-Studiengängen und die Anforderungen der Praxis zeigen, dass ein Bachelor-Abschluss für komplexe Aufgaben und unternehmerische Ansprüche eher nicht umfassend qualifizieren kann.

 
 

5. Wie sind die Berufsaussichten nach dem Studium?

Mit einer fundierten Ausbildung sehr gut und vielfältig. Aber ein abgeschlossenes Studium ist noch keine Garantie auf einen lukrativen Job oder eine sofortige Einstellung.

Die Zukunft wird zeigen, dass Strategie, Konzeption und Beratung sowie die verstärkte Einbindung der Anwender, auch als kreative Mitgestalter – Stichwort „User Experience“ - die Domänen des deutschen und europäischen Industriedesigns sein werden. Da Industriedesign den Erfolg von Produkten – und damit von Unternehmen – maßgeblich beeinflusst, werden Designer verstärkt in den Managementkontext eingebunden.

Die rein konstruktive Entwicklung und rein technische Gestaltungsleistung werden weiterziehen, z.B. in aufstrebende Industrielänger wie China.

>> VDID Interviews zum Berufsbild Industriedesign

 
 

6. Wie finde ich nach dem Studium einen Job?

In der Regel erwartet die Absolventen ein Mix aus Bewerbungen auf offizielle Ausschreibungen, Initiativbewerbungen, zeitlich begrenzter Mitarbeit in Projekten und Kontaktpflege über Netzwerke wie dem VDID. Diese Suche nach Jobs erfordert immer viel Eigeninitiative. Mit der Wahl der Hochschule, der Projektthemen und Kooperationen mit Unternehmen werden erste Kontakte geknüpft. Dabei sind die Abschlussarbeiten immer Visitenkarten für den Berufseinstieg.

Über Wettbewerbsauszeichnungen, Messebeteiligungen und Public Relations machen Newcomer ebenfalls auf sich aufmerksam.

>> VDID NEWCOMERS‘ AWARD
>> VDID Regionalgruppen organisieren Veranstaltungen zum Kennenlernen.

VDID Senior Patenschaften bieten individuelle Betreuung für studentische VDID Mitglieder und Berufsanfänger.

 
 

7. Worauf wird beim Portfolio Wert gelegt?

Bei der Dokumentation der Ergebnisse von Studienprojekten kommt es vor allen Dingen darauf an, das Konzept, die Idee und den Lösungsweg zu beschreiben und zu visualisieren. Dabei sollten die Persönlichkeit und die individuelle Vorgehensweise zu erkennen sein. Neben den Inhalten ist die Gestaltung des Portfolios ein Indiz für kreative Fähigkeiten. Daran orientieren sich viele Unternehmen - weniger an der Note des Abschlusses.

VDID Portfolioberatung und VDID Infotage an Hochschulen werden in einzelnen Regionalgruppen angeboten, Kontakt über die VDID Geschäftsstelle. Kontakt VDID NRW: Lutz Gathmann.

 
 

8. Wie soll ich mich verhalten, wenn mir nach Studienabschluss statt einer Festanstellung ein Praktikum angeboten wird?

Praktika sind gute Gelegenheiten, sich gegenseitig kennenzulernen. Im Idealfall entwickelt sich aus einem Praktikum eine spätere Einstellung. Gekoppelt an faire Konditionen, eine zeitliche Begrenzung und klare Aussagen über die Chancen einer späteren Übernahme, kann dies ein reelles Angebot für Berufsanfänger sein.

 
 

9. Wieviel verdiene ich im Praktikum?

In aller Regel finden Praktika vor Beginn oder innerhalb des Studiums statt (Pflichtpraktika). Für diese schwankt die Entlohnung zwischen EUR 0,- - und EUR 600,- - je nach Arbeitgeber und der Vorqualifikation (z.B. CAD-Kenntnissen) des Studenten oder Studienanwärters. Für die Zeit nach dem Studium ist die Bezeichnung „Praktikum“ eigentlich nur dann gerechtfertigt, wenn hier zusätzliche Qualifikationen, z.B. neue CAD-Programme, erlernt werden. Oder wenn der Absolvent zuvor noch nie ein Praktikum gemacht hat; wie bei manchen Uni-Studiengängen ohne Pflichtpraktika. Ansonsten sollte man von Traineezeit oder Probezeit sprechen, in der üblicherweise ein niedrigerer Arbeitslohn gezahlt wird.

>> VDID Befragung zu Praktikumsvergütung

 
 

10. Wie hoch ist mein Einstiegsgehalt?

Es gibt im Industriedesign keine Gebührenordnung oder tariflich vorgeschriebene Gehälter. Der VDID empfiehlt für Selbständige Honorarsätze gestaffelt nach Tätigkeiten sowie ein Nutzungshonorar.
>> VDID Empfehlungen Honorierung von Designleistung
Das Gehalt für Angestellte soll sich an den jeweiligen regionalen Tarifverträgen für Ingenieure orientieren (z.Bsp. IG Metall: ERA gruppen 11-14). Allerdings werden Stellen für Industriedesigner in der freien Wirtschaft häufig mit 30.000,- Euro (plus/minus ca. 10%) Anfangsgehalt pro Jahr ausgeschrieben. Neben dem jeweiligen Bruttogehalt gibt es oft weitere Leistungen, die sich finanziell attraktiv auswirken können. Das sind beispielsweise freiwillige, leistungsbezogene Zulagen zum Gehalt, Rentenbausteine, Versicherungen, Dienstwagen, Gewinnbeteiligungen oder Incentivierungen.
Weitere Informationen dazu finden Sie im Gehaltsreport 2014 für Kommunikations- und Industriedesign.

Gehaltsreport 2014 für Kommunikations- und Industriedesign.

 
 

11. Woran erkenne ich eine faire Wettbewerbsausschreibung?

Design-Wettbewerbe müssen Mindestkriterien – z.B. die des ICSID - erfüllen, um einen fairen Ablauf für die Teilnehmer zu garantieren. Dazu gehören klare Aussagen zu Aufgaben, Initiator, Einreichungen, Terminen, den Bewertungskriterien, angemessenen Preisgeldern und zur Veröffentlichung. Die Jury muss zum Start des Wettbewerbs namentlich genannt werden und die Verwertungsrechte müssen angemessen geregelt sein.

VDID Richtlinien Designwettbewerbe

 
 

12. Welcher Unterschied besteht zwischen einem Designstudium und dem Ausbildungsberuf des „Technischen Produktdesigners“ bzw. des „Assistenten Produktdesign“?

Seit 2005 gibt es das neue Ausbildungsprofil „Technischer Produktdesigner“. Der Schwerpunkt des dreijährigen Ausbildungsberufs liegt in der CAD-Konstruktion von Produkten, in der Berechnung und Simulation von CAD-Modellen.

Aus Sicht des VDID ist die Bezeichnung „Designer“ für diesen Ausbildungsberuf irreführend, denn die Namensgleichheit täuscht über die tatsächlichen Ausbildungsinhalte hinweg. Ein Bauzeichner ist kein „Technischer Architekt“, und ein Krankenpfleger ist auch kein „Assistent Arzt“. Da die Berufsbezeichnung Designer nicht geschützt ist, haben sich die Ministerien gegen den Widerstand des VDID darüber hinweggesetzt
.
>> VDID Geschäftsstelle steht für weitere Fragen gern zur Verfügung.

VDID Mitglied werden ist immer eine gute Wahl!