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VDID BERICHTE / ARCHIV

Olympus Teleseminare Bauhaus Dessau 1990

Bericht

Per Satellit von Ost nach West - Wertewandel in der Gestaltung

Zwischen der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig und dem Bauhaus in Dessau wurde am 22. Juni 1990 eine interaktive Satellitenverbindung aufgebaut. An beiden Orten, dem Braunschweiger ... mehr

Olympus Teleseminare Bauhaus Dessau 1990

Teleseminare HBK Braunschweig



Per Satellit von Ost nach West - Wertewandel in der Gestaltung

Zwischen der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig und dem Bauhaus in Dessau wurde am 22. Juni 1990 eine interaktive Satellitenverbindung aufgebaut. An beiden Orten, dem Braunschweiger Videostudio und der Dessauer Aula, standen den zwei Hochschulteams um Prof. Bernd Löbach und Prof. Dr. Arnold Schürer (HBK) und von Prof. Bankert und Kollege Rainhard Löffler je ein Videoteam zur Seite.

Thema des Workshops via Satellit war der "Wertewandel in der Gestaltung". Dieses war der Abschluss einer Seminarreihe, die auf der Konzeption der Abschlussarbeit von mir aufbaute und im Rahmen meines Forschungsprojektes zwischen TU Braunschweig und Deutscher Telekom stattfand.

Vielleicht war dieses Projekt der Impuls für den Aufbruch in die ehemalige DDR. Am 9. November habe ich nach dem berühmten TV Interview die Nacht am Marienborner Grenzübergang verbracht und erlebt, wie unzählige Trabis die Grenze bei Helmstedt überquerten und deren Insassen mit großem Jubel empfangen wurden. Erste Erkundungen in Halberstadt, Magdeburg und Leipzig folgten, begleitet von den Spuren der Wandzeitungen runder Tische in den Kirchen im Osten.

1993 erfolgte der Umzug in die Heldenstadt Leipzig nach zwischenzeitiger GbR-Existenzgründung in Braunschweig, ermutigt von der IHK zu Leipzig und frühen Kontakten zu VDID Kollgen wie Frithjof Meinel und Wolfgang Hartig. Mit einem LKW voller Möbel in einer in Richtung Westen verlassenen Wohnung, die damals bereits einen Telefonanschluss dank selbstverlegtem Kabel besaß, ging es auf Suche nach passenden Büroräumen. Fündig geworden in Plagwitz, heute hipstes Start-up-Viertel Leipzigs, waren meine Frau Susanne Geiling und ich damals bereits der festen Überzeugung, dass diese Stadt Leipzig, dieser Freistaat Sachsen, beste Voraussetzungen für ein Auskommen als Industriedesigner besitzt. Insbesondere setzt die sächsische Wirtschaftsförderung bis heute auf eine nachhaltige Designförderung, die erfolgreiche Designkooperationen ermöglicht.

Somit schließt das 2000er Projekt eines Leipziger Medizinproduktes, welches 2018 Alexander Gerst auf der ISS für Forschungszwecke nutzte, den Kreis für meine zwei satellitengestützten Designprojekte. Dazwischen liegen aktuell 1182 Projekte des Industrie-, Kommunikations- und Interfacedesigns. Bereits 1996 schrieb die Newsweek einen Artikel über Ost- und Westgänger, in meinem Teil betitelt mit "Designing a New Life".

Bernd Schröder, VDID Delegierter aus Leipzig

E-Mail:

Per Satellit von Ost nach West - Wertewandel in der Gestaltung (PDF)