15.02.2012
Design Frühstück am 12.02.2012 in der LMU München
Zur gleichen Zeit wie die "Munich Creative Business Week", kurz MCBW, fand diese Veranstaltung statt. Ein gut gewählter Zeitpunkt, die Teilnehmer hatten Gelegenheit, die iF Preisverleihung am ... mehr
15.02.2012
Design Frühstück am 12.02.2012 in der LMU München
Zur gleichen Zeit wie die "Munich Creative Business Week", kurz MCBW, fand diese Veranstaltung statt. Ein gut gewählter Zeitpunkt, die Teilnehmer hatten Gelegenheit, die iF Preisverleihung am Freitag in der imposanten BMW-Welt zu besuchen. Zudem gab es eine sehenswerte Ausstellung zur MCBW in den Räumlichkeiten des noch im Aufbau befindlichen Ägyptischen Museums. Diese Ausstellung zeigte aktuelles Design und Studienarbeiten aus verschiedenen Bereichen. Anregend war vor allem niederländisches Design.
Nun zum Vortrag "Alles ist Design?!" von Christian Zimmermann, LMU München mit anschließender Diskussion.
Also, wenn Design überall wäre, müsste bzw. könnte man nicht mehr darüber sprechen. Design ist daher nicht immanent in jeder Sache. Was er sich aus Sicht eines geschulten Psychologen und Gestalters darunter vorstellt, erläutert Christian Zimmermann in diesem Vortrag. Er liebt den historischen und philosophischen Exkurs. Auswüchse von Gestaltung, aber auch die missbräuchliche Verwendung? des Begriffes Design zeigt er in einigen Beispielen auf. Ein Bestarium nennt er diesen kleinen Exkurs in die gegenwärtige Waren- und Werbewelt.
Die teilweise problematische Entwicklung ergibt sich nach seiner Analyse aus
der im Folgenden dargestellten Situation. Güter und Produkte haben einen Preis, der sich aus dem Tauschwert und dem Gebrauchswert ergibt. Der Anbieter hat nun Interesse, den Tauschwert hoch zu treiben. Der Nachfrager hat das Interesse, einen hohen Gebrauchswert zu erhalten. Da der Nachfrager/ Benutzer den Gebrauchswert zeitlich versetzt wahrnimmt, birgt dies die Gefahr/Möglichkeit, den tatsächlichen Gebrauchswert zu verschleiern.
So kann der Anbieter mit Hilfe von Designern einen höheren Gebrauchswert vortäuschen, um
a.) den Tauschwert zu erhöhen
b.) ein schnelleres Versagen/Mindern des Gebrauchswertes und damit einen Neukauf zu erwirken. (sogenannte „geplante Obsoleszenz“ als Produktstrategie)
Dadurch kann die Anbieterseite Umsatz und Gewinn steigern. Diese Entwicklung sieht Zimmermann als eine Art Perversion des Wirtschaftssystemes an.
Um solche Fehlentwicklungen zu vermeiden, sollte der Designer auf eine Reihe von Dingen achten. Die "Angemessenheit der Mittel und Zwecke" ist nach Zimmermann eine wichtige Maxime im Denken und Handeln, "Optimieren statt Maximieren" ist eine Weitere.
In der oben angeführten Konstellation vertreten Anbieter und Nachfrager stets die Eigeninteressen.
Der Designer jedoch vertritt Fremdinteressen, die seines Auftraggebers und -je nach den Möglichkeiten- die des späteren Nutzers. Das Wahrnehmen von Fremdinteressen ist jedoch deutlich schwieriger. Hier kommt das Thema "Haltung" und unser Codex ins Spiel.
Optimieren muss der Designer vor allem die Ergonomie von Produkten, also die Schnittstelle Nutzer/Produkt. Zimmermann verweist auf wahrnehmungspsychologische Tests, in Fachkreisen seit Jahrzehnten gut bekannt, in der industriellen Praxis kaum umgesetzt. Nutzer werden schnell von falsch strukturierten Informationen überfordert. Hier sieht er großen Handlungsbedarf.
Am Ende des Vortrages wirft Zimmermann die Frage auf: "Woher kommt die Vulgarität des Begriffes Design?" Der Begriff hat sich in den letzten zwanzig Jahren, insbesondere in Folge des Postmodernismus, stark verbraucht. Dies führen die Kollegen im anschließenden Diskurs auch auf die Konotation mit? Exklusivität zurück, die dem Begriff beiwohnt. Der Begriff Design war in den Siebzigern einer breiten Öffentlichkeit noch nicht bekannt. Viele Kollegen halten ihn dennoch für aussagekräftig. Es gilt, den Begriff mit neuem Leben zu füllen.
Brigitte Seehaus verweist in einem Wortbeitrag auf die Fähigkeiten von Designern, die deutlich über denen von Produktmanagern stünden. Ansgar Brossart sieht den guten Ruf und die weltweit anerkannten Fähigkeiten deutscher Designer, die nicht oder nicht so bald von asiatischen Konkurrenten erreicht werden könnten. Ein positiver Ausblick in die Zukunft.
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Quelle: Region 03
09.02.2012
Art and Design for All
Art and Design for All - The Victoria and Albert Museum, Ausstellung bis 15. April 2012 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn Kreativität als ... mehr
09.02.2012
Art and Design for All
Art and Design for All - The Victoria and Albert Museum, Ausstellung bis 15. April 2012 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn
Kreativität als Allheilmittel
Kunst und Design für alle! Der Impetus der imperialen Industriereformer Mitte des 19. Jahrhunderts, allen voran Prinz Albert, Mann der englischen Königin Victoria, wirkt bis heute in unserer globalen Warenwelt nach. Die von ihm initiierte Londoner Weltausstellung 1851 mit dem berühmten Glaspalast war nicht nur Startschuss für alle Weltausstellungen bis heute, sondern auch Initialzündung für die Gründung von Vorbildsammlungen und Gewerbemuseen überall in Europa und rund um den Globus. Mit den Gewinnen aus den Eintrittsgeldern dieser ersten Gesamtschau und Ranking-Parade der Nationen des jungen Industriezeitalters wurde die Gründung des Victoria and Albert Museums finanziert. Dort entstand aus Ankäufen der Weltausstellung und durch rege Sammeltätigkeit eine sogenannte Vorbildsammlung mit Produkten und Kunstobjekten aus aller Welt. An diesen Mustern sollten Industrie und Handwerk sich kreativ schulen und der Konsument sich geschmacklich bilden – am Vorbild lernen. Die Ideen und Ideale der damaligen Gewerbeförderung im Wechselspiel zwischen Geschmacksbildung und Verkaufsförderung bildeten auch die Wurzeln für die Designförderung der Zeit nach dem 2. Weltkrieg (zum Teil in den Ruinen der ehemaligen Gewerbemuseen, wie beim Design Center in Stuttgart). Noch heute steckt in den allerorten bemühten – und wiederum aus England übernommenen - Initiativen zur Förderung der sogenannten Creative Industries oder Kultur- und Kreativwirtschaft im Endeffekt der damalige Geist des Förderns und Verkaufens von Kreativität, nun als Hoffnung für postindustrielle Zeiten.
Alles sehr spannende Hintergründe zum Thema Kunst und Design für alle. Aber was für eine langweilige Schau, was für eine Enttäuschung! Die Ausstellung „Art and Design for All - The Victoria and Albert Museum“ in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn wäre eine tolle Chance gewesen, den damaligen Impetus zwischen Gestaltungsbelehrung und Absatzförderung als Hintergrund unseres heutigen Verständnisses der Wechselwirkung von Industrie, Design und Markt zu beleuchten. Auch eine verpasste Gelegenheit, unsere aktuellen Bemühungen um ein neues Verhältnis zu unserer Warenwelt mit dem sogenannten Wertewandel zu spiegeln - oder gar über die Bedeutung von Megaprojekten im Wettbewerb der Nationen zu reflektieren.
Vom Vorbild lernen?
Die Bonner Ausstellung transportiert die damaligen Intentionen und ihre Auswirkungen leider nicht. Selbst die heutige Bedeutung des Londoner Museums und seine vielgerühmte Museumspädagogik kommen zu kurz. So steht der Bugholzstuhl, Ikone des 20. Jahrhunderts für kongeniale Übereinstimmung zwischen Formgebung, industrieller Fertigung und internationaler Vermarktung, unkommentiert neben dem kaschierten Pseudo-Thron aus Pappmaché. Das Bildungskonzept des 19. Jahrhunderts zeigte neben den guten Beispielen auch die abschreckenden, also nicht nur am guten, auch am schlechten Geschmack sollte gelernt werden. Die in den Augen der Museumsinitiatoren nutzlosen und verqueren Symbiosen zwischen Blütenkelchen und Gasflammen stehen nun in Bonn zusammen mit anderen Beispielen der ehemaligen „Schreckenskammer“ in Vitrinen und werden von den Besuchern als museale Zeugen „guter alter Zeiten“ betrachtet. Nur wer sehr genau dem Audio Guide zuhört, erfährt von den unterschiedlichen Funktionen der Anschauungsstücke. Trotz des Ausstellungstitels, der ein breites Publikum ansprechen soll, bleibt die Ausstellung eine sehr rückwärtsgewandte museale „Hinstellung“, deren „für alle“ gewünschter Lerneffekt unklar bleibt.
Materialgerechtigkeit, effizienter Einsatz von Energien, die Haltbarkeit, Reparierbarkeit, die Alterungsfähigkeit, die Qualität von Oberflächen und Produkten waren damals und sind heute wieder Themen über die man streiten und engagiert informieren kann. Ist der erzieherische Ansatz der alten Gewerbeförderer fehlgeschlagen und wenn ja, wie und warum? Können wir daraus Anregungen für unsere aktuelle Diskussion ziehen? Was waren das übrigens für Sammlungsstücke, an denen die heimische Wirtschaft genesen sollte, indem sie die Vorbilder aus aller Welt „abkupferte“? Wo kamen diese Dinge her, die Wissen über Kreativität transferieren sollten? Viel kam aus dem Orient und sehr viel aus Asien. Klar, als Kolonialmacht hatte man guten Zugang zu den Schätzen anderer Kulturen. Wäre diese Facette des Umgangs mit kreativen Leistungen nicht ebenfalls ein interessanter Aspekt in der aktuellen Auseinandersetzung um Urheberrechtsverletzungen aufstrebender Nationen? Wissenstransfer - heute in umgekehrter Richtung?
Große Zeichen setzen
Die Weltausstellung in London war ein großes Zeichen, gesetzt vom gebildeten und unterbeschäftigten Prinzgemahl der Repräsentantin einer imperialen Großmacht. Die Engländer mochten den Deutschen aus dem kleinen Coburger Fürstentum nicht. So suchte er sich eine sinnvolle Aufgabe und seine Wahl, Kunst und Gewerbe zu fördern, traf den Geist der Zeit. Diese Wurzeln der Designförderung nach dem 2. Weltkrieg und schließlich der heutigen Bemühungen um die Förderung der Kreativwirtschaft auf kommunaler, Länder- und Bundesebene wären es wert, betrachtet zu werden. Vielleicht mit dem Schluss, dass unser Föderalismus mit seiner Kleinteiligkeit viele einzelne Initiativen hervorbringt, die wirkungslos verpuffen und keine großen Zeichen setzen können. Großer Anstrengungen bedarf es trotzdem, sonst stehen weiterhin Qualität und Schrott wie in der Bonner Ausstellung unkommentiert nebeneinander.
Möglicherweise ist die Zeit der großen Zeichen zumindest in Europa vorbei. CHINADAILY, die englischsprachige Wochenzeitung des offiziellen China, vergleicht im Dezember 2011, 160 Jahre nach der ersten Weltausstellung, die Bedeutung von Großprojekten für die Entwicklung von Nationen am Beispiel des Londoner „Crystal Palace“. In China scheint man weiterhin am Vorbild lernen zu wollen. Die 3D-Animation des Kristallpalastes, dieses Symbols für eine wahrhafte Innovation des Viktorianischen Zeitalters und von vielen Zeitgenossen als nicht realisierbar und - ebenso wie die Angst vor den vielen fremden Besuchern - falsch eingeschätzt, ist in der Bonner Ausstellung übrigens sehr sehenswert! Und eine weitere Ausstellung in der Bundeskunsthalle lohnt für Kunstliebhaber in jedem Fall den Besuch: Ménage à trois - Warhol, Basquiat, Clemente, zu sehen bis 20. Mai 2012.
Iris Laubstein, Februar 2012
Quelle: Region 02
Der Wahnsinn hat Methode
05.03.2012 bis 05.03.2012
3. Deutscher Designerkongress am 5. März
Wenn drei namhafte Designerinnen und Designer aus dem Nähkästchen plaudern, wie sie aus ihrer Kreativität auf ganz unterschiedliche Weise ein ...
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Der Wahnsinn hat Methode
05.03.2012 bis 05.03.2012
3. Deutscher Designerkongress am 5. März
Wenn drei namhafte Designerinnen und Designer aus dem Nähkästchen plaudern, wie sie aus ihrer Kreativität auf ganz unterschiedliche Weise ein erfolgreiches Geschäftsmodell gemacht haben; wenn in Workshops und dem Stegreif-Café die teilnehmenden 200 Gestaltungsprofis den unterschiedlichen Methoden der Ideenproduktion auf den Grund gehen; wenn die iDD zum dritten Mal in die Zeche Zollverein nach Essen lädt – dann steht der 3. Deutsche Designerkongress vor der Tür.
Am Montag, den 5. März 2012, ist es wieder so weit. Unter anderem mit: Ruedi Baur, Karsten Henze, Thomas und Martin Poschauko, Hans Poser und Gabriele Werner, begleitet von WDR-Moderatorin Judith Schulte-Loh. Gefördert wird der Kongress vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.
Der Vorverkauf startet in der 3. Kalenderwoche 2012, für Mitglieder der in der iDD vereinten Design-Verbände kostet das Ticket 45 Euro, sonst 65 Euro. Ein begrenztes Frühbucher-Kontingent gibt es für 35 Euro.
VDID-Veranstaltung
Veranstaltungsreihe Patent - Geschmacksmuster - Marke
14.03.2012
Für den 14. März 2012 ist der Abschlußinformationsabend Patent - Geschmacksmuster - Marke um 19:00 in der Hochschule München geplant. Patentanwälten stellen für Designer relevante Beispiele aus ...
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VDID-Veranstaltung
Veranstaltungsreihe Patent - Geschmacksmuster - Marke
14.03.2012
Für den 14. März 2012 ist der Abschlußinformationsabend Patent - Geschmacksmuster - Marke um 19:00 in der Hochschule München geplant. Patentanwälten stellen für Designer relevante Beispiele aus der Praxis vor.
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